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Landshuter Wochenblatt

Landshuter Wochenblatt vom 11. Januar 2012 Seite 27/28

 

Für Ihn ist das Schreiben die schönste Sache der Welt. Deshalb hat Dietmar Dressel im November vergangenen Jahres erstmals den Veldener Schreibtisch für kreatives Schreiben aus der Taufe gehoben. 16 Teilnehmer haben sich von seiner Idee anstecken lassen und an Dressels erstem Literaturseminar teilgenommen. Nun geht der Literaturabend in seine nächste Runde, am kommenden Sonntag 15.Januar, 19 Uhr, im Gasthof Dirrigl. Das Lernen, das gemeinsame ausprobieren und das regel-

mäßige Schreiben sollen dazu führen, dass alle Teilnehmer ihre eigene Geschichte, einen spannenden Krimi, Liebes- oder Phantasieroman als Buch in den Händen halten können.

Weitere Infos bei: www.dietmardressel.de

Kommentar von Paolo Pinkel - alias Michael Friedmann

Kommentar von Paolo Pinkel - alias Michael Friedmann

Von 
Paolo Pinkel Popkulturbanause vom 16.04.2012 
Rezension bezieht sich auf: Tage die das Leben verändern (Taschenbuch)

Der Autor ist kein neuer Goethe und auch kein Thomas Mann. Zum Glück, denn das macht ihn so glaubwürdig. Ich kann nicht sagen, ob Dietmar Dressel hier als Autobiograph zum Leser spricht, oder reine Fiktionen zum besten gibt. So nah er dem Leser jedoch mit seinen Erzählungen kommt, denke ich, daß eine starke persönliche Bindung zu den Figuren den Autor beflügelt haben muß. Die Geschichten sind fröhlich, schön, nachdenklich und tief traurig. So wie das Leben eben ist, eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. Ankunft und Abschied sind zentrale Themen des Buches. Momentaufnahmen die glücklich machen, zum geistigen Verweilen einladen und lange, lange nachhallen. Das Buch bildet nicht, es belehrt nicht. Dressel ist kein Autor, der uns etwas aufzeigen will. Er ist nicht schulmeisternd sondern er berührt. Mein Leben hat sich durch das Buch nicht geändert, aber ich habe vielleicht einige Perspektiven hinzu gewonnen. Was immer Dressel zu diesem Buch bewegt hat müssen intensive Erlebnisse gewesen sein. Ich will jedenfalls mehr lesen von diesem Autor.
Dressels Werk wird sicher kein Buch sein, von dem man einst sagen wird: "Was vom Jahrhundert übrig blieb". Ihm fehlt das provozierende eines Grass, das Geschwafel eines Thomas Mann, das Präpotente eines Mario Barth. Und ein Zauberlehrling kommt auch nicht darin vor. Und dennoch bin ich mir sicher, das hier ein großer Autor gerade sein Talent entdeckt.